Pfandbriefbanken

Staatsfinanzierer in Not

Kurz vor Drucklegung erreichte die Redaktion noch die Ad-hoc-Mitteilung der Düsseldorfer Hypothekenbank AG mit doch beunruhigendem Inhalt: "Am 21. April 2008 waren 94 Prozent der Anteile an die Resba Beteiligungsgesellschaft mbH und sechs Prozent der Anteile an die Einlagensicherungs- und Treuhandgesellschaft mbH verkauft und unter Kartellvorbehalt übertragen worden." Damit gehört das Kreditinstitut nicht länger zum Firmenimperium der Schuppli-Familie, sondern steht unter der Verwaltung des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken. Ziel dieser Maßnahme ist es (wie einst bei der Schmidt-Bank), in einem ruhigen und geordneten Verfahren einen Käufer für den angeschlagenen Staatsfinanzierer zu finden.

Beunruhigend am jüngsten Absturz eines deutschen Kreditinstituts ist, dass die Kapitalmarktkrise nicht mehr nur die Immobilienbanken, sondern auch die Staatsfinanzierer trifft. Dabei galt der Handel mit Staatsanleihen im gegenwärtigen Marktumfeld als der Rettungsanker - offensichtlich aber nur für die Institute, die dieses Geschäft nicht ausschließlich betreiben. Denn so gering die Risiken sind, so eng sind auch die Margen. Wertveränderungen im Anleihe-Portfolio fressen dann schnell den Gewinn, wie bei der Düsseldorfer Hyp geschehen.

Aber die Düsseldorfer Hyp ist nicht der einzige Staatsfinanzierer, der jüngst auch wegen Problemen am Kapitalmarkt seine Unabhängigkeit verlor. Die Depfa wurde - mit Bruckermannscher Weitsicht - noch vor der Krise an die Hypo Real Estate verkauft. Als nächstes musste die Essen Hyp - auch ein Schuppli-Produkt - unter das Dach der Eurohypo schlüpfen. Angesichts dieser Entwicklung ist zweifelhaft, ob das Geschäftsmodell eines (fast) reinen Staatsfinanzierers noch tragfähig ist.

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